1. FRÜHSTÜCK ÜBER SCHWARZEN RABEN

The west is the best, tönte Jim Morrison aus dem Radio. Eine Stimme, so versoffen und stoned wie ein halbes Dutzend Junkies. Kaputt, schmutzig, krank. Und irgendwie geil. Doch, wirklich, sehr geil sogar, so idealgeil wie man selbst oft gern wäre, lässig verkatert am Türrahmen lehnend, die Fluppe im Maul, Hemd offen, schamanische Kettchen um den Hals, krauses, zerzaustes Haar, zwei Frauenarme, die sich von hinten um einen rumschlingen, dürr, blass, mit Spermaspuren zwischen den Fingern. So einer wäre man gerne, morgens beim Aufwachen, wenn der Wecker klingelt und der Alltag beginnt. Der Alltag mit seinem langweiligen Duktus, tak-tak-tak, die Eisenbahn, oder so. Monoton dahinplätschernd das Leben, unbegabt sich des Carpe Diems entledigend, Beschäftigung suchend, und sei es auch nur die tägliche Maloche.

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2. NIETE OHNE NADELSTREIFEN

Konfiguration! Eigentlich kommt es im Leben nur darauf an: die jeweils richtige Konfiguration – und ein wenig Glück. Dann läuft der Laden! Doch was heißt das konkret – Konfiguration? Wikipedia vermerkt dazu:

Konfiguration (lateinisch con mit, figurare bilden, gestalten, darstellen) ist ein weibliches Fremdwort für Gestalt oder Anordnung (im Sinn von Gruppierung) und bezeichnet:

• Konfiguration (Erzähltheorie), der Plot in der Literaturwissenschaft
• Konfiguration (Mechanik), die Abbildung eines materiellen Körpers in der Kontinuumsmechanik
• Konfiguration (Chemie), die modellierte räumliche Anordnung von Atomen eines Moleküls in der Stereochemie
• Konfiguration (Computer), der Aufbau und die Einstellungen beim Bau von Computern und der Administration von Software
• Konfiguration (Linguistik), eine Gruppe syntaktisch verbundener Wörter
• Konfiguration (Medizin), die Gestalt oder Verformung eines Organs oder Körperteils
• Konfiguration (Astronomie) die Stellung von Gestirnen, beispielsweise des Mondes.

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3. VON WEGEN CÔTE D’AZUR

Es gibt Tage, da denkt man an die Côte d’Azur der 60er Jahre, so wie man sie eigentlich nur noch aus Filmen kennt, an die Häfen mit ihren eleganten Yachten und Yawlen, ihren smarten Restaurants und launischen Bars. Man denkt an amerikanische Cabrios, die stolz über die Boulevards gleiten in Nizza und Cannes, mit Frauen darin, die helle Kopftücher tragen und dunkle Sonnenbrillen, züchtige Blusen und Petticoats. Man denkt an Francoise Sagan mit ihren schönen, zarten, nackten Füßen oder den jungen Alain Delon, mit freiem Oberkörper und eng anliegender Hose in sommerlichem Weiß. Und dann schaut man aus dem Fenster, wo es regnet und fünfzig Jahre später ist, und man wünscht sich zurück in seinen Film, seine Welt, sein Bett oder seine Mutter, wünscht sich, nie geboren worden zu sein oder eben früher, noch rechtzeitig für den großen Coup an der Côte d’Azur.

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4. FORDERUNGSMANAGEMENT AUF PSCHYBRSCHFTLONISCH

Eine andere Stadt. Ein anderer Tag. Eine andere Galaxie. Ein anderes Planetensystem. Eine andere Erde. Nuviana ihr Name. Beziehungsweise Nschnuvianischnunijasch. Auf pschybrschftlonisch. Pschybrschftlonisch ist ein Dialekt des Pftrbrtlonischen, der hauptsächlich auf der Nschd-Halbkugel des Planeten gesprochen wird. Die meisten Leser wissen das nicht, deshalb sei es hier noch einmal erwähnt.

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6. KOSMOPROLLISMUS MEETS KARMAKONSUM

Johnny the LOHAS war auf dem Weg zu seiner Arbeit als Storyteller im Planetarium Prenzlauer Berg, als ihn ein polymorph pervertierter Gyrosstrahl an seiner linken Schläfe traf. Gyrosstrahlen werden, wie jedes Kind weiß, von Aliens entlegener Dimensionen dazu verwendet, andere Aliens mittels Telecontrolling fernzusteuern. Wie genau dies funktioniert, ist uns Erdlingen bisher nicht gelungen zu entschlüsseln. Was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass Telecontrolling-Vorfälle eher selten, Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, noch seltener, und Koinzidenzen, bei denen Telecontrolling-versierte Wissenschaftler auf einen Telecontrolling-Vorfall stoßen, mit der Wahrscheinlichkeit von 6ern im Lotto vorkommen. So auch in diesem Fall, bei dem es zufällig Johnny the LOHAS traf.

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8. GEFANGEN IM REALITY DISTORTION FIELD

Ehre, nun ja, vielleicht ist dieser Begriff etwas zu hoch gegriffen, meint er doch etwas wie „Achtungswürdigkeit“ oder „verdienter Achtungsanspruch“. Beides nicht unbedingt Umschreibungen, die einem beim Anblick unserer drei Helden als erstes in den Sinn kämen. Auch der Anlass ihres Kommens ist wahrhaft kein ehrenhafter. Einzig Tullia, die mit ihrer Schönheit den Gesamteindruck hebt, wirkt auf eine fragile Art respektabel, wie es Schön-heiten wohl schon immer getan haben. Aber „Ehre“, „werte Herrschaften“, doch wohl eher nein.

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12. RETOURKUTSCHE „OPERETTEN-COCKTAIL“

Leider war der Aufgang gesperrt. Wegen einer Bombendrohung. Jemand hatte an den S-Bahngleisen einen verdächtigen Koffer abgestellt und anschließend die Bahnhofsaufsicht gewarnt, erklärte der Sicherheitsmann, der gerade dabei war, auch den zweiten Aufgang mit einem rot-weißen Absperrband zu verschließen. Alle Züge – egal in welche Richtung – würden ausfallen. Die Fahrgäste sollten bitte auf Busse und Taxis ausweichen.
„Ausgerechnet jetzt!“, fluchte Marco. „Verdammt!“
Gregor seufzte nur kurz und ließ ein genervtes Knurren vernehmen, dann zog er Marco Richtung Bahnhofsvorplatz, wo die Busse und Taxis standen.
Normalerweise zumindest. Nicht jedoch, wenn die Bahn ausfällt. Der Schienenersatzverkehr war noch nicht eingerichtet (der Alarm war schließlich noch zu „frisch“) und nach 21.00 Uhr fuhren viele Busse mangels Fahrgästen in einem längeren Minutentakt.

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Am Tipping Point. Wie viel Wandel verträgt der Mensch?

Ein „Rechtsruck“ geht derzeit um die Welt. Meiner Ansicht nach stehen dahinter aber nicht primär nationalistische Tendenzen, sondern vielmehr die Frage: Wie modern kann und will eine Gesellschaft sein. Insofern handelt es sich also weniger um einen Kampf zwischen Linken und Rechten, sondern vielmehr um einen Kampf zwischen Traditionalisten und Modernisten.

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Conversational Commerce – Wie beeinflussen Digitale Assistenten das Marketing?

Apple Siri, Google Now, Microsoft Cortana – nahezu jeder hat heute bereits einen sprachbasierten Digitalen Assistenten auf seinem Smartphone. Eine feine Sache, kann man doch beinahe freihändig SMS und Mails verschicken lassen, nach Restaurants in der Nähe suchen lassen, das Wetter überall auf der Welt anzeigen lassen und bald eben auch: Shoppen lassen! Während das Machen-„lassen“ dem Nutzer viele Vorteile bietet, kommen auf den Marketer wieder einmal neue Herausforderungen zu. Eine davon ist etwa die Frage: Wie generieren Digitale Assistenten eigentlich ihre Empfehlungen und wie lässt sich dieser Prozess marketingseitig beeinflussen? Keine einfache Frage!

Schauen wir doch deshalb erst einmal, was Digitale Assistenten (oder auch: Bots, Smart Agents, Mobile Assistants, Virtual Personal Assistants, Conversational Apps etc. – eine verbindliche Bezeichnung hat sich noch nicht etabliert) sind und was sie alles können.

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Jobs to be done – Was bringt die Theorie fürs Marketing?

Ich bin in den letzten Tagen zufällig mal wieder auf die Jobs-to-be-done-Theorie gestoßen. Der Grundgedanke: Menschen kaufen eigentlich nicht die Produkte oder Dienstleistungen „an sich“; vielmehr „stellen sie sie an“, wie Clayton Christensen in The Innovator’s Solution schreibt, um einen bestimmten Job zu erledigen. Oder anders ausgedrückt: „Kunden wollen keinen Bohrer, sondern ein Loch in der Wand“ (Theodore Levitt).

Klingt erstmal logisch. Und macht wahrscheinlich auch Sinn, wenn es um die Entwicklung neuer Lösungen für neue oder veränderte Herausforderungen geht. Allerdings erklärt die Theorie nicht, warum ich mich bei mehr oder weniger identischen Produkten für das eine und nicht für das andere Angebot entscheide. Schauen wir uns das mal genauer an!

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